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Asien, Thailand, Travel

Drei Wochen quer durch Thailand – Roundup Kho Phangan.

Nach den ersten aufregenden Tagen in Bangkok wollten wir Sonne, Meer und vielleicht auch ein bisschen Party.
Unsere perfekte Recherche sagte uns, dass das am besten an der Atlantikküste zu finden wäre und zwar auf der legendären Fullmoon Partyinsel Kho Phangan. Wie oft hatte ich davon schon gelesen und gehört. Dieses mega Festival direkt am Meer, tanzen im Sonnenunterngang – das hört sich doch toll an, oder?
Aus dem Grund sind wir am dritten Tag unserer Reise mit dem Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani gefahren. Ich hatte das Pech meinen Schlafplatz oben zu haben und so vielleicht nur zwei Stunden etwa mal ein Auge zuzubekommen. Solltet ihr in Thailand mal mit dem Nachtzug fahren, nehmt immer nur untere Betten! Oben fühlt man sich ungelogen als würde man gefoltert werden – es ist nicht mal ein minibisschen dunkel, eher fühlt man sich als würde die ganze Zeit so ne Baustellenlampe leuchten – direkt auf euer Bett. Da gibt es zwar einen Vorhang, der aber so gut wie nix bringt. Dazu ist es so verdammt laut, dass mich nicht mal Justus, Peter und Bob ablenken konnten. Achja und die Kälte. Das merkwürdige Verlangen der Menschen, jede Klimaanlage auf gefühlte 10 Grad einzustellen, hat bei mir ja schon im Flughafen von Abu Dhabi ungeahnte Aggressionen aufsteigen lassen. Im Zug wurde das aber nochmal getoppt. 
Per grandioser Gedankenkraft überlebte ich die Nachtzugfahrt, schließlich sah ich mich schon mit nem Coktail in der Hand am Strand von Kho Phangnan liegen.
Aber wie das so mit Plänen ist – machste welche, fällt irgendwo ein Schicksal lachend vom Stuhl.
Thailand hatte ungefähr 70 Jahre ein und dasselbe Staatsoberhaupt. Kurz vor unserer Reise ist König Bhumibol verstorben und das ganze Land hat sich den schwarzen Schleier übergezogen und eine einjährige Staatstrauer verordnet. Die Trauer spürte man schon in Bangkok sehr stark. So jedes zweite Haus war mit schwarzem Stoff behangen, nach 24 Uhr war nicht mehr mit dem Nachtleben los.
Und genau so sah es dann auch auf der Partyinsel aus. Und das obwohl wir uns schon an der Partyecke überhaupt, Haad Rin, einquartiert hatten.

Aber damit nicht genug. Was auf allen Pinterestpins wie das wahre Paradies aussah, war es irgendwie so überhaupt nicht. Zu der Menschenleere kam auch ein schlechtes Restaurant nach dem anderen. Kein Street Food, keine Garküchen. Dafür ein itialienisches, mexikanisches, spanisches Pseudorestaurant neben dem nächsten.

Und dann fing es an zu regnen. Nicht nur so ein bisschen. Sondern einfach mal den ganzen Tag lang.
Menschenleere, Regen, schlechtes Essen. Noch was? Achja, Millionen Mücken!
Zwei Nächte hielten wir das aus. Dann fassten wir den Entschluss die erste Fähre morgens ans Festland zu nehmen und quasi „rüber“ nach Krabi zu reisen. Hauptsache weg von dieser Insel, dem schlechten Essen und dem Regen.
Also packten wir am zweiten Abend alle Klamotten wieder in unsere Rucksäcke und machten uns dann morgens um halb sechs auf den Weg zum ersten Taxi.
Und Überraschung! Das gab es um diese Uhrzeit noch gar nicht! Stattdessen bot uns freundlicherweise ein Rollerfahrer an, dass er uns doch mit zum Pier mitnehmen könnte. Klar, uns beide, mitsamt der fetten Rucksäcke. Und im strömenden Regen.
Es gibt so Punkte im Leben, da ist einem ja alles egal. Da zahlste auch drauf, um was los zu werden. Da machste komische Dinge, um einfach weiterzukommen. Und scheinbar waren wir beide genau an diesem Punkt…anders kann ich mir das nicht erklären, dass wir todesmutig auf den Roller gestiegen sind. Schließlich lag eine mindestens halbe Stunde lange Fahrt vor uns, eben durch den Regen durch Serpentinen de Lux.  
Ehrlich, ich bin nie so richtig zimperlich und mach irgendeinen Quatsch mit. Während der Fahrt habe ich aber so eine Angst gehabt, dass ich mit immer wieder wie ein Mantra vorgesagt habe, wie ich den Unfall, den wir garantiert haben werde, überleben werde. Dass ich mich beim Sturz versuche so hinzuwerfen, dass mir höchstens in Bein bricht. Und ich ja eine Auslandskrankenversicherung habe…
Als wir am Pier ankamen, war ich so erleichterte, noch zu leben, dass ich meiner Mutter erstmal ne Nachricht schrieb. Dass ich eben die schlimmste Fahrt durch Regen mit nem Roller und so erlebt hatte. Die tröstende Antwort war dann:“ Hättest du so was nicht haben wollen, hättest du doch ne Pauschalreise gebucht! Ohne so was wäre es doch halb so aufregend.“

Und tatsächlich war das erst der Anfang von diesem abenteuerlichen Tag, der sich wirklich in mein Kopf gebrannt hat – und ich werde den nie bereuen. Denn das ist es, was wirklich so eine auf eigene Faust geplante Reise Wert macht. Die Abenteuer, die du dort erlebst, erlebst du nicht, wenn du auf deinem Hotelzimmer für drei Wochen hockst. Klar, ist das für manche auch verlockend. Für mich wäre es mittlerweile nicht mehr vorstellbar!
Aber zurück nach Thailand und zur Fähre von Kho Phangan nach Surat Thani.
Bei ordentlichem Seegang und dadurch verursachter leichter Übelkeit ging es wieder Richtung Festland. Am Pier hatten wir uns direkt schon Tickets für die Fährfahrt und danach folgende Busfahrt nach Krabi besorgt – was wir als besonders clever empfanden. Bis wir dann am Festland ankamen und in den Bus stiegen. Dort regnete es nämlich erstmal schön rein.
Und nach mehr als einer Stunde wurden wir dann raus geworfen, um vom nächsten Bus abgeholt zu werden.
Man fühlt sich in so einer Situation nicht nur ziemlich verarscht. Wir waren auch so fertig, dass wir beide kurz vorm Heulen waren. Und keine Lust mehr hatten, dass irgendwas nicht so ist, wie wir das uns vorgestellt hatten. 
So schnappten wir uns kurzerhand ein Tuktuk, dass uns zum Flughafen bringen sollte, damit wir wieder nach Bangkok kamen. In diesem Tuktuk saß dann aber eine ältere Frau, die uns aber nochmal richtig an unsere Grenzen bringen wollte.
Nicht nur, dass sie den Preis für unsere Fahrt in die Höhe trieb (und das, obwohl sie selber nicht Fahrerin sondern auch nur Fahrgast war!) – sie musste auch noch permanent Fotos von uns machen. Ich hätte die Bilder gerne gesehen, vor allem das, auf dem sie von sich ein Selfie machte, natürlich mega am lachen, und wir im Hintergrund hinter unseren Rucksäcken sitzen und fast heulen. Schnappschuss des Tages!
Natürlich lief auch während der Fahrt nicht alles reibungslos. Einen Kilometer vor dem Flughafen wurden wir dann raus geworfen und durften den letzten Rest noch zu Fuß laufen.
Am Flughafen angekommen, buchten wir dann fix einen Flug (was übrigens ganz ohne Probleme möglich war!) und reservierten ein Hostelroom für eine Nacht, um dort in Ruhe zu überlegen, wohin es in den nächsten Tagen gehen sollte. 
Dank des Tipps einer Bloggerfreundin (Danke nochmal Mel!), entschieden wir uns ganz spontan nach Koh Chang zu fahren – und das sollten wir so gar nicht bereuen, wie ihr im nächsten Post sehen werdet!

By Vanessa, Januar 16, 2017
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1 Comment
  • Mel
    Januar 18, 2017

    Dat is Thailand 😀 Trotz der ganzen Strapazen ist der Bericht so cool zu lesen!! Für uns geht es nächste Woche nach Phangan, ich hoffe, dass wir mehr Glück haben.. Ansonsten denk ich an eine eigenen Tipps und wir fahren nach Koh Chang 😉

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ÜBER VANESSA
Vanessa, nordisches Mädchen, beheimatet am Niederrhein. Jung genug, um an Einhörner zu glauben, alt genug, um dem Leben unerschrocken gegenüber zu stehen.
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