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Mindfuck

Heute schon an morgen denken?!

Carpe diem…Lebe im Jetzt…Lebe jeden Tag, als ob er dein letzter wäre…Kennt ihr diese sinngebenen Sprüche? Bestimmt.
Ich sach jetzt aber einfach mal: denk auch mal an morgen. Oder übermorgen. Oder vielleicht auch an nächstes Jahr!
„Do something today that your future self will thank you for“
Und damit meine ich, dass es sich eben auch mal lohnt an andere Tage außer an den heutigen zu denken. Watt dat bringen soll?
So, dauernd wird ja über Entschleunigung (das Wort zählt aktuell zu meinen meist gehassten Wörtern…) gesprochen und dann überlegen wir uns plötzlich, im ganzen hektischen Alltag, dass es doch gut wäre, wenn wir mal entschleunigen würden. Achja…so einfach. Mal die Beine hoch legen, ne, sich watt gutes tun, weil man 5 Minuten die Beine hochlegt, um im nächsten Augenblick aber wieder den Staubsauger, den Wäschekorb und das Bügeleisen in der Hand zu haben. Aber die 5 Minuten, ja, die hat man ja jetzt entschleunigt.
Ich sach euch: Quatsch is das! Entschleunigung gehört deswegen zu meinen gehassten Wörtern, weil es für mich ein Modewort ist und die Bedeutung davon irgendwie meinem Anschein nach in den Hintergrund rückt.
Ich plädiere nicht für das hektische Leben. Absolut nicht. Das sollte in ne Ecke verschwinden und nicht mehr rauskommen.
Nein, ich finde, dass dieses Entschleunigen, einen Gang runter schalten so irgendwie nur pseudo-mäßiges Sich-watt-gutes-tun ist.
Schon vor JAHREN haben die Zen-Mönche von Achtsamkeit in ihren Meditationen gesprochen.
Achtsamkeit bedeutet, dass man mal eine und nicht zehn Sachen auf einmal tut. Dass man ganz bei der Sache ist, wenn jemand einem etwas erzählt und nicht schon beim Mittagessen oder der Einkaufsliste für später. Achtsam etwas tun heißt auch, mal die Gedanken zur Seite zu schieben, die ständig im Kopf rumirren und einen manchmal im Weg stehen. Oder auch mal an nichts denken. Leere im Kopf zu lassen. Und nicht andauernd das eigene Tun bewerten. Manchmal isses eben so, wie es ist. Lernen zu akzeptieren.
Mit sich selber achtsam umgehen. Also nicht andauernd hunderte Grenzen des Körpers überschreiten und am Wochenende völlig fertig zu nichts ausgleichendem mehr in der Lage sein. Auch mal darauf hören, wenn der Kopf und Körper einem sagen, dass jetzt mal gut ist und sich nicht mit der fetten Grippe noch zur Arbeit schleppen, „weils ja sein muss“. 
Achtsamkeit bringt einen dann auch wieder dazu, das Hier und Jetzt zu genießen. Dann mal nicht mit Sorge an morgen zu denken. 
Und das kann man sicher nicht in 5 Minuten lernen. Aber man kann es eben erlernen und das ist keine Hexerei. 
Mir fällt bei dem Thema immer wieder die „Rosinen-Mediation“ ein, daran kann man mal sehen, wie unsachtsam man ist und was achtsam sein bedeutet.
Dafür braucht ihr nur eine Rosine (wer, wie ich Rosinen total eklig findet, kann auch getrocknete Cranberries nehmen – oder, auch sehr effektiv, ein Toffifee!) und einen Raum, der euch nicht ablenkt, ihr also für eine Weile eure Ruhe habt. Also kein Telefon nebenan, das eventuell klingelt. 
Jetzt nehmt ihr die Rosine in die Hand und betrachtet sie mal. Wie sieht sie aus? Wie fühlt sie sich an? Wie riecht sie? Beschreibt es für euch so genau, wie möglich!
Garantiert werdet ihr zwischendurch andere Gedanken haben, vielleicht denkt ihr euch auch, was das für ein Quatsch ist – lasst es! Alle Gedanken dürfen kommen und dann aber auch wieder gehen. Haltet nicht an Gedanken fest, die nichts mit der Beobachtung eurer Rosine zu tun habt. Denn genau darum geht es jetzt: seid achtsam! 
Wenn ihr genug beschrieben habt, nehmt die Rosine in den Mund. Nicht gleich kauen, lasst sie erstmal kurz auf der Zunge liegen. Schmeckt ihr schon was? Wenn ja, was? Wie fühlt sich das jetzt auf der Zunge an? 
Wenn ihr anfangt zu kauen, dann versucht die Rosine in so viele Teile wie möglich zu zerkleinern, vielleicht geht das mit den Schneidezähnen am besten, vielleicht auch mit anderen Zähnen. Kaut 20 mal und macht dann eine kurze Pause. Schmeckt es jetzt anders? Auch hier werden Gedanken zu euch fließen, die nichts mit eurer Rosine zu tun haben. Lasst sie wieder vorbei gehen und widmet euch wieder der Übung. 
Wenn ihr genug habt, dürft ihr die Rosine jetzt natürlich auch runterschlucken;)
Diese Übung zeigt wirklich ganz schnell, worauf es ankommt. Nämlich dann nicht nur 5 Minuten die Beine hoch legen und dann wieder auf den fahrenden Zug drauf springen, sondern mehr dafür zu tun, dass man nicht ausbrennt. Dass man sich darauf noch konzentrieren kann, was wirklich wichtig ist. Und dass man eben mit sich selbst genauso achtsam wie mit seiner Umwelt umgeht. 
Und ich finde, dass das dann wirklich was ist, womit man seinem eigenen Ich mal was Gutes tut. Da wird man auch Jahre später noch sich selbst für auf die Schulter klopfen. 
Was tut ihr denn so dafür, dass euer zukünftiges Ich euch auch schön dankbar ist?

By Vanessa, August 14, 2014
  • 4
4 Comments
  • Marmeladekisses
    August 15, 2014

    Bor, wie doof ich dieses Wort finde! Ich glaube, man tut doch (fast) immer was für sein future ich?!

    • Vanessa
      August 18, 2014

      In irgendeiner Art macht man immer was für sein future Ich, da haste schon Recht. Aber, ob es auch immer was ist, worauf man rückblickend sich selbst auf die Schulter klopfen kann, das weiß ich nich so…Wenn man ein bisschen darauf achtet, dass man seinen Kopf und Körper nicht völlig zerstört, sondern sich auch mal was Gutes tut, dann denke ich, dass das zukünftige Ich auch zufrieden sein wird;)

  • heimatPOTTential
    August 15, 2014

    "Entschleunigung" finde ich ganz grausig! Aber ich bin ein Fan von Power-Napping 🙂
    Das mit der Rosine würde mich kirre machen 😀 Aber was tue ich, wofür ich mir selbst in ein paar Jahren auf die Schulter klopfen würden?! Hm. Vielleicht Mut haben. Herzlichkeiten aussprechen. Menschen wissen lassen wie viel sie mir bedeuten. Tiefschlägen eine gewisse Kreativität entgegen setzen, weil mich das wieder aufrichtet. Lebensmittel essen, von denen ich dachte, dass ich sie hasse und deren Existenz mich plötzlich wirklich bereichert.

    Aber ich denke, dass mein wesentliches Element der allgemeine Mut sein sollte. Dafür werde ich mir eines Tages sicher danken. Und ich hoffe, dass ich in vielen Bereichen noch viel mutiger sein kann als ich es jetzt bin.

    • Vanessa
      August 18, 2014

      Mut gehört auf jeden fall dazu…das denke ich auch. Alleine schon mal, den Mut zu haben, etwas ändern in jeglicher Hinsicht, da kann man sich später immer auf die eigene Schulter klopfen!

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ÜBER VANESSA
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