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Mindfuck

Ich entscheide mich für mich.

Es ist ein regnerischer kalter Sonntag und ich liege auf meinem Sofa und denke nach.
Es ist nicht so ein Nachdenken, das sich wie ein Karussell nur im Kreis dreht. Es ist ein Nachdenken, das ganz plötzlich ein „Aha“ auslöst.
Aha. So ist das. 
Monate habe ich mich selbst gesammelt. Ich habe das hier schon erwähnt. Es waren einfach sehr anstrengende Monate für mich. Und noch mehr, denn nach Monaten kommen Jahre und manchmal dauern Dinge einfach auch länger als man sich das wünscht.
Aber jetzt, an diesem Sonntag mit mir und meinen Gedanken macht es auf einmal ganz, ganz laut „klick“. 
Ich habe mich so oft gefragt, was mir gut tut, was mich glücklich und, was mein Leben lebenswerter macht. Dabei habe ich ganz oft versucht, anderen einen Gefallen zu tun. Anderen irgendwie zu gefallen.

Ich habe Monatelang an der Vergangenheit fest gehalten. Nicht an einer Person, sondern an einem Gefühl. Dem tröstenden Kuss, der wärmenden Umarmung oder einfach nur einem offenen Ohr, das sich den Scheiß vom ganzen Tag von dir anhören will.
Ich habe mit den Dates, die ich in den vergangenen Monaten hatte, meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Eine Erfahrung war aber oft dieselbe. Nämlich, dass ich schnell meine Ruhe wollte. Mich auf meine Wohnung und mein eigenes Bett gefreut habe und keine „nette“ Nachricht empfangen wollte, in der die Frage stand, wann man mich denn wieder sehen kann.

Ich wollte gar kein Wiedersehen. Nicht bei Mann Nr 1 und nicht bei Mann Nr 5.

Und ich habe mich oft gefragt, was dieser Störfaktor für mich wohl ist, der mich gar nicht auf das Mehr eines Menschen neugierig macht.

Und an diesem Sonntag höre ich mich in meinen eigenen Gedanken sagen: Ich brauche das zur Zeit doch gar nicht. Ich will eigentlich nur für mich sein. 
Ich möchte keine Einsamkeit aber ich möchte mich selbst wählen.
Ich denke, dass man das unter gesunden Egoismus einsortieren kann. Schließlich ist der nächste Gedanke auch, dass ich mich jahrelang gar nicht wirklich um mich gekümmert habe.
Dabei möchte ich selber nur für mich entscheiden, ob mir rosafarbene Haare gerade gut tun. Oder, wohin das nächste Tattoo kommen soll.
Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen, ob jemand meine zerrissene Jeans doof findet. Oder, wie das bei anderen so ankommt, dass ich diesen Blog habe und, dass ich auf meinem Insta-Account auch einfach mal Selfies poste, wenn mir danach ist.

Ich möchte Einhornbettwäsche und Katzen im Bett, wenn mir danach ist. Ich möchte mit meinen Freundinnen bei vielem Wein in abgeschrabbelten Schuppen sitzen und über das Leben lachen.

Wenn ich Lust darauf habe, möchte ich verreisen, selbst dann, wenn mein Konto gerade eher Brot und Wasser schreit.
Ich möchte die Stadt, den Job und die Musik wählen können, auf die ich stehe und nicht, auf die jemand anderes neben mir abfährt.

Mir geht es nicht darum, dass ich niemanden um mich herum haben will. Aber Herzensmenschen, die finden die oben genannten Dinge von mir gut und schätzen mich dafür.
Und die sind mir mindestens genau so wichtig, wie ich es mir selbst bin.
Und deswegen wähle ich sie, meine Familie, meine Freunde, meine lieben Menschen um mich herum. 
Und  ich wähle mich. 
Und bis ich mich so fühle, dass jemand anderes auch in diesen Kreis treten darf, entscheide ich mich weiter für mich.

Weiter für meine Entwicklung, die ich selber antreibe. Weiter für Abenteuer und Neuentdeckungen, die ich mir aussuche.

Denn schließlich geht es doch auch darum. Dass man mit sich selbst so zufrieden ist, dass man sich selbst liebt.

Dass man sich so um sein Selbst kümmert, dass man zu der Person wird, die man am liebsten um sich herum hat.

By Vanessa, Januar 26, 2017
  • 3
3 Comments
  • Julika | 45 lebensfrohe Quadratmeter
    Januar 27, 2017

    Schön geschrieben liebe Vanessa. Schön geschrieben. Und gut, dass Du für Dich erkannt hast, was Du jetzt im Moment möchtest. Dann kann ja nix mehr schiefgehen! : )
    Liebe Grüße! Julika

  • Dennis
    März 10, 2017

    Schöner Beitrag und gar nicht egoistisch. Es dauert sicherlich seine Zeit bis man an den Punkt gelangt, wo man sich bewusst macht, dass man nicht für andere lebt, sondern für sich selbst und mit einem selbst im reinen sein muss. Irgendwann kommt dann dieser „Aha“Effekt wie du ihn beschreibst.
    Schön, dass du dazu stehst zu dir selbst zu stehen und man darf einfach auch mal sagen, dass man sich selbst liebt 🙂

    Viele liebe Grüße

    Dennis

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ÜBER VANESSA
Vanessa, nordisches Mädchen, beheimatet am Niederrhein. Jung genug, um an Einhörner zu glauben, alt genug, um dem Leben unerschrocken gegenüber zu stehen.
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