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Mindfuck

Mein Jahrestag.

Dies wird kein Pärchentext. Aber hey, ihr Liebenden da draußen: weiterlesen dürft ihr trotzdem.
Ich habe mich in den letzten Tagen Blogtechnisch irgendwie blockiert gefühlt. Rezepte und andere Dinge fühlten sich vollkommen belanglos an – zugegeben sind sie das ja auch irgendwie. Denn es gibt Dinge, die einfach dringender im Kopf klopfen. In mir war da etwas anderes präsent und hat mich beschäftigt. Und ich habe lange überlegt, ob ich das jetzt so aufschreiben sollte. Vor allem so öffentlich. Aber immerhin bin ich ja irgendwie auch nicht alleine damit, da bin ich mir sicher.
Heute oder an einem anderen Tag der letzten Zeit habe ich Jahrestag. Nicht mit jemand anderem, kein Pärchenjahrestag. Sondern einen Jahrestag mit mir selbst.

Fotografiert von Nike

Ein Jahr habe ich gezwungenermaßen mich für mich allein gehabt. Ein Jahr habe ich meine Einzelteile zusammen gesucht und mich sortiert.

Ich habe mich selbst auf alles geprüft und Ideen und Pläne überprüft. Ich habe meine Wertvorstellungen angezweifelt und neu geordnet.
Mein Jahr bestand aus allen Emotionen, die mein Ich mir zur Verfügung stellt. Manche hält man davon besser aus, andere hasst man von der ersten Sekunde – aber alle überlebt man, auch wenn man das vorher nicht glauben will.
365 vergangene Tage in denen ich Dinge getan habe – nur für mich. Ok, manchmal auch für andere, denn in diesem Jahr bin ich nicht zum Egozentriker geworden auch, wenn mir manchmal sehr danach war. 
Im Gegenteil. Ich bin viel mehr wieder zu einer Einheit mit meinem eigenen Ich geworden. Ich wusste ab Beginn dieses Jahres, dass ich da durch muss. So ist die Realität. Manchmal richtig kacke, aber man muss durch. Und ich wusste, dass ich entweder heulend und jammernd da durch kommen kann oder einfach mal ein Lächeln aufsetze, auch dann, wenn mir vielleicht innerlich nicht nach lächeln zumute ist. Vom Jammern geht der Realitätsscheiß schließlich auch nicht schneller vorbei.
Ich habe in diesem Jahr viel von mir gelernt. Vor allem, dass ich auf meine innere Stimme vertrauen kann. Aber auch, dass ich mein Glück nicht von einer anderen Person abhängig machen muss und sollte. 
Ich habe gelernt, dass mir durchtanzte und durchtrunkene Nächte, Musik unter freiem Himmel, Tee- und Kaffeedates, spontane Ausflüge und Mitternachtsbegegnungen genauso wichtig sind wie Abende auf dem Sofa und Ruhephasen im Garten.
Dieses Jahr war für mich da. Und ich habe es so gut es ging genutzt. Ich weiß, was ich besonders gut und besonders schlecht kann – wusste ich vor dem Jahr auch aber jetzt eben noch ein bisschen mehr. 
Ich weiß nach diesem Jahr, dass ich mich verloren hatte. Ich war kein eigenes Ich mehr. Ich war geteilt und nur eine Hälfte. Das klingt zwar sehr romantisch. Wenn dir aber deine andere Hälfte wegbricht, dann bleibt da auf einmal nur noch ganz wenig von dir selbst.

365 Tage habe ich durchgehalten, ausgehalten, aufgebaut, eingeordnet, ausgemistet, verändert – in meinem Inneren und in meiner Umgebung.
Und das würdige ich nun mir selbst gegenüber. Und sage auch Danke. Nicht dafür, dass ich dieses Jahr aufgezwungen bekam – ehrlich, dafür sollte man sich niemals bedanken.

Ich sage mir selber Danke für meine Stärke und mein Durchhaltevermögen.

Fotografiert von Berit
Das ist mein Jahrestag. Den ich nicht teilen muss, weil er nur mir gehört.

By Vanessa, April 23, 2016
  • 9
9 Comments
  • diefahrradfrau
    April 23, 2016

    Glückwunsch! Ganz ehrlich.
    Liebe Grüße
    Christiane

  • cocolores
    April 24, 2016

    Toll! Alles Gute und herzlichen Glückwunsch! 🙂

  • fadenvogel
    April 24, 2016

    Was für ein schöner Text. Privat, aber nicht nackt. Öffentlich, aber nicht laut. Ein Text, der seinem Leser genug Raum für eigene Gedanken läßt. Einfach schön.

  • Kathrin Knieps-Vogelgesang
    April 25, 2016

    Hut ab, dass Du das in einem Jahr geschafft hast! Ich bin jetzt seit 2011 dran und lange nicht fertig… Herzlichen Glückwunsch für Dich und sei stolz auf Dich! Liebe Grüße, Kathrin

  • Berit
    April 25, 2016

    Alles Liebe zu deinem Jahrestag <3
    Kennst du die SATC-Folge, in der Carrie sich Schuhe zu ihrer Hochzeit mit sich schenken lässt?
    Berit

  • www.ST-Kreativa.de
    April 25, 2016

    Sehr schön geschrieben genau richtig nicht zu offen und nicht zu verschlossen. Ich fühle mit dir und sehe mich oft in deinem Text wieder.
    LG Steffi

  • Frauke G.
    April 26, 2016

    Super, herzlichen Glückwunsch! Der Text ist richtig schön und ich finde es richtig toll, dass du dich selbst wieder gefunden hast!

  • Kirsten
    April 29, 2016

    Liebe Vanessa, herzlichen Glückwunsch zu deinem Jahrestag! Vielen Dank für deinen offenen Beitrag. Oft ist es ja so, dass man gerade in Zeiten, in denen man sich gar nicht stark fühlt, doch besondere Stärke zeigt und sich weiterentwickelt!
    Liebe Grüße, Kirsten

  • DANANE
    Mai 28, 2016

    Ich finde deine Einstellung so wunderbar. Vor allem der Satz: "Vom Jammern geht der Realitätsscheiß schließlich auch nicht schneller vorbei.", ist mir sehr aufgefallen.
    Happy Anniversary for you! 🙂

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ÜBER VANESSA
Vanessa, nordisches Mädchen, beheimatet am Niederrhein. Jung genug, um an Einhörner zu glauben, alt genug, um dem Leben unerschrocken gegenüber zu stehen.
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  • Passt sehr gut zusammen 😊
  • Seit unserem Urlaub bin ich so im Brass gewesen, dass ich gut eine Woche durchschlafen könnte. Ich komm nach der Arbeit nach Hause und werde magisch von meinem Bett angezogen. Der ständige Wechsel von Wochenendfahrerei oder zu Hause bleiben, Sachen ein-und auspacken, das Nichtsehen unter der Woche oder manchmal nur zwei Minuten hören - ich bin ehrlich: das ist super anstrengend. Ich verstehe den Ansatz zu sagen, dass eine Fernbeziehung doch toll ist, weil man sich immer wieder aufeinander freut, das Verknalltsein länger bleibt und niemand sich im Alltag unter der Woche einschränken muss. Ich glaube aber, dass all das aber vor allem dieses nicht einschränken müssen, auch ohne Distanz funktionieren kann. Und ich bin auch der Meinung, dass genau dieser ganze Alltagskram, den einige langweilig finden, das ist, was auch richtig toll sein kann. Zumindest bete ich gerade oft zum Jobgott, dass ich diesen Alltag endlich bekomme und mir nicht mehr  darüber Gedanken machen muss, ob ich meinen Autoschlüssel 300km entfernt liegen gelassen habe (ja, ist schon passiert 🙈)
  • I am so ready for our future together 💕
  • In den letzten Wochen gab es so viele happy days💕 Jetzt muss ich erstmal wieder in der Realität ankommen🙈
  • Heute reisen wir wieder ab und ich bin etwas wehmütig. Es waren so wunderbare Wochen mit wahnsinnig schönen Erlebnissen - Bali wird wohl immer meine Herzensinsel bleiben 💕 Ich mag diese Mischung aus mega fancy Surfer und Yogi Touristen und der Offenheit der Balinesen einfach zu gern. Dazu noch diese tolle Landschaft mit Bergen und Meer. Ich hoffe, dass ich irgendwann nochmal das Glück habe, auch ein drittes Mal hierher zu kommen💕
  • Oh no, heute regnet es aber doll... Dabei wollen wir eigentlich an den Strand, surfen, sonnen (ohne Sonnenbrand 🙈) und noch mehr so schöne Fotos machen 😅 Gut, dass wir noch ein paar Tage hier sind ♥️

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