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Mindfuck

Mein Körper und ich…haben uns ganz gern.

Die süße Fee hat zu einer Blogparade – auch ich finde dieses Wort saublöd –
aufgerufen und es geht, wie im Titel schon beschrieben, um meinen
Körper. Und um mich.
Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, dass ich in den letzten Monaten einiges durchwandelt habe. Ich bleibe meinem Prinzip aber treu und gehe nicht zu sehr ins Detail – für diesen Post muss ich aber trotzdem noch mal kurz ausholen.
Denn das, was in den letzten Monaten bei mir so passiert ist, hat immer wieder versucht mein Selbstbewusstsein ins Wanken zu bringen. Und da das Selbstbewusstsein auch immer viel mit dem eigenen Körpergefühl zusammen hängt, sind wir da beim richtigen Thema.

Ich habe mich also in den vergangenen Wochen gewollt oder ungewollt immer wieder damit auseinander setzen müssen, wer ich eigentlich bin. Und dazu gehörte es für mich, mir mal zu überlegen, wie ich mich so finde. So ganz komplett. Also auch, wie ich meine  Körper finde.
Glaubt mir – das fiel mir nicht leicht. Denn dieses Gefühl, mich in meiner Haut, meinem Körper wohl zu fühlen, hatte und habe ich nicht immer. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich kein Übergewicht habe, dass ich eine relativ gut funktionierende Haut habe und meine Haare nicht das Erbgut meiner lieben Muddi abbekommen haben (die hat nämlich leider sehr feines Haar und verzweifelt da manchmal dran). 
Dafür habe ich andere Makel, wenn man es so nennen möchte. Mein Bindegewebe ist einfach kacke. War es schon immer. Den ersten Dehnungsstreifen hatte ich mit etwa elf Jahren und seit dem sind natürlich noch einige dazu bekommen. Auch der ein oder andere Besenreißer findet es an meinen Beinen wohl ganz angenehm – ja und auch die vermehren sich mit der Zeit und verschwinden nicht mehr. Tja und Cellulite? Wer auch mit schlechtem Bindegewebe zu tun hat, weiß, dass man auch davor nicht gefeit bleibt.

So ist das. Und damit habe ich mich auseinander gesetzt. Und ich habe beschlossen, dass das eben so da ist. Ich kann das alles an mir nicht verändern und deswegen sage ich „Scheiß drauf, isso!“.
Ich war vor einigen Monaten in einer großen Saunalandschaft und wisst ihr, was mir das durch den Kopf ging, während ich schwitzend und nackt zwischen anderen nackigen Menschen saß? Die sind ja auch alle nicht perfekt. Da gibbet kleine und große Brüste, faltige Popos, Schwabbelbäuche, Dehnungsstreifen, Reiterhosen, Cellulite. So ist das eben. Und ihr glaubt gar nicht, wie befreiend diese völlig einfache Erkenntnis für mich war! Ich bin nicht perfekt. Aber jeder andere eben auch nicht. 
Und deswegen finde ich, dass sich niemand sich für seinen Körper schämen sollte. Vor allem und überhaupt nicht für seinen Körper! Und, wer da noch einen Aha-Effekt braucht, dem empfehle ich eine gute Sauna (nicht so ne Spanner-Sauna!). Und dann guckt euch um – vielleicht dezent – und bemerkt mal wie entspannt da alle anderen sitzen. Trotz der Makel. Trotz der Unperfektion.
Ein anderer Aspekt ist da zusätzlich noch der Sport im Allgemeinen für mich. Der kann zwar alle nervenden Körpermakel nicht annähernd verschwinden lassen, zumindest die nicht, die mich nerven. Dafür verschafft er mir trotzdem ein richtig gutes Körpergefühl. Dabei ist es völlig unwichtig, was ich genau gemacht habe. Es reicht schon, wenn ich mich nur zehn Minuten bewegt habe – und schon geht es mir besser. Und ich schwitze lieber bei 30 Minuten Joggen als beim Treppensteigen, weil mir die Luft wegbleibt. Wenn ich Sport gemacht habe, weiß ich, dass ich was für meinen Körper getan habe. Um es klarer zu sagen: für mein Körpergefühl.

Und ich glaube, dass das auch das entscheidende ist: den eigenen Körper zu lieben, kann man auf unterschiedliche Weise angehen. Entweder man ändert das, was verändert werden kann, wenn man sich nicht wohl fühlt. Oder man akzeptiert seinen Körper so wie er ist. Oder eben beides:)


Um jetzt auch wieder an den Anfang anzuschließen. Dass ich es geschafft habe, mir zu sagen, dass ich meinen Körper eben auch so mag, wie er ist, das hebt mein Selbstbewusstsein in die Höhe und hilft mir dann wiederum auch Kacktage irgendwie gut zu überstehen. Eigentlich ne einfache Rechnung, oder?

By Vanessa, Juli 7, 2015
  • 6
6 Comments
  • Sonja
    Juli 7, 2015

    Du Süße, das hast du absolut treffend geschrieben! Jaaa, ein Saunagang kann wirklich helfen! Und für's Joggen bewundere ich dich echt!
    Ich wünsch dir viele, tolle Tage!
    Liebe Grüße,
    Sonja

  • Fee ist mein Name
    Juli 9, 2015

    Danke für deinen schönen Beitrag, liebe Vanessa, ich habe dich gerade verlinkt <3

  • Ephrata Conrad
    Juli 9, 2015

    Das mit dem Bindegewebe geht mir ähnlich. Ich hatte es mit Größe 32 schon. Nach zwei Schwangerschaften noch mehr (Stellen mit mehr Streifen und welche mit weniger). Aber noch bin ich nicht so weit, mich so zu zeigen. Ich versuche es abzulegen. Hab ja auch einen Beitrag dazu geschrieben. Mehr als 90% der Frauen haben Probleme damit, Männer ja auch. Wieso sollte es gerade mich verschonen? 😉

    • Vanessa
      Juli 9, 2015

      Genau das ist es. Manchmal hat man eben ein blödes Bindegwebe – ob mit Größe 32 oder Größe 42 spielt da gar keine Rolle.
      Ich wünsche dir, dass du das ablegen kannst und dich auch mal wieder ins Freibad traust – gerade da sind doch alle möglichen Menschen, die sich oft gar nichts daraus machen, wie der Mensch neben einen aussieht:)!

  • Schlotti
    Juli 10, 2015

    Das hast du sehr schön geschrieben!! <3

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ÜBER VANESSA
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