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Europa, Portugal, Travel

Unterwegs in Porto – von kulinarischen Höhen und Tiefen.

Wenn ich verreise steht für mich immer ganz oben auf der List, ganz viel Landestypisches auszuprobieren. Ich finde es total spannend, was andere Länder für kulinarische Köstlichkeiten zaubern und bin ich auch nicht fies davor, mal was zu essen, was sonst eher nicht auf meinem Teller landen würde. Dafür könnte ich niemals im Ausland irgendwas so richtig deutsches essen, das geht für mich irgendwie so gar nicht klar.
Zu erst ein paar wichtige Infos zu portugiesischem Essverhalten. Man frühstückt, wie in vielen südlichen Ländern, nicht so wirklich. Was aber morgens bei vielen ziemlich gut geht, sind Pastéis de Natas (kleine Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung) und einen Kaffee. Allerdings würden wir zum Kaffee dann eher Espresso sagen, in Portugal spricht man vom Bica – aber, wenn ihr einfach einen Kaffee bestellt, bekommt ihr eben diesen.

Mittags gibbet dann überall Angebote, die in Porto schon ab 5 € losgehen und richtig satt machen. Fisch könnt ihr an jeder Ecke bekommen, den gibbet sozusagen fangfrisch und auch sehr preisgünstig.

Ich fand das Mittagessen am Mercado do Bolhao am besten. Wobei ich da auch eine sehr gewöhnungsbedürftige Erfahrung gemacht habe. Zu viel Auswahl bei Spiesekarten überfordern mich manchmal. Da muss ich dann erstmal abwägen, was jetzt gut oder schlecht ist oder, was noch besser sein könnte. Als ich mit meiner Mutter da im Mercado nun vor einem kleinen Imbisstübchen stand und die portugiesische Bedienung wie aus dem Nichts vor uns auftauchte und die Bestellung aufnehmen wollte, war ein ganz ungünstiger Moment für mich gekommen. Ich hätte theoretisch auch die gegrillte Dorade nehmen können, für die sich meine Mutter ziemlich schnell entschieden hatte. 
Tja, hätte, hätte, Fahrradkette. 
Stattdessen entschied ich mich für Tripas Porto.
Irgendwas in meinem Kopf sagte mir, dass ich das nehmen sollte. Ohne nachzudenken. Ohne noch einmal zu überlegen, ob Fisch nicht doch eine gute Wahl gewesen wäre.
Während wir auf unser Essen warteten, konnte ich in der Küche die Köchin beobachten, die scheinbar mit dem Fisch meiner Mutter kämpfte – die Dorade hatte Feuer gefangen und die Köchin pustete die Flamme gekonnt wieder aus. In dem Augenblick überkam mich das ungute Gefühl, dass Tripas Porto etwas, sagen wir mal, nicht soooo tolles sein könnte. Vielleicht etwas, was ich so gar nicht essen mochte – und das ist eigentlich nicht viel.
Die nette Bedienung kam mit meinem Teller und stellte mir das hin:

Es sieht nicht nur fies aus. Es war auch fies. Was das ist, wollt ihr wissen? Eine portugiesische Spezialität, die hauptsächlich aus Kuhmagen besteht. Und Bohnen. Bohnen, die wie Muff riechen.

Und auch so schmecken. Ja, ich hab es probiert. Aber nur, weil ich nicht einfach ein Essen komplett weggeben kann. Aber es ging echt nicht und ich fühlte mich ein wenig wie diese Reporter, die die fiesesten Gerichte aus der ganzen Welt ausprobieren müssen. Zum Glück hatten wir auch einen halben liter Wein bestellt, der war dann also mein Mittagessen.

Dann doch lieber zu leckereren Dingen. Bacalhau zum Beispiel. Das ist Stockfisch, der in Porto überall an jeder Ecke verkauft wird. An sich entspricht so ein getrockneter und gesalzener Kabeljau auch nicht ganz meinem Geschmack. Kaufen könnt ihr den Fisch auch gefühlt überall. Noch in Salzlake eingelegt oder getrocknet.

Als Vorspeise gibt es die sogenannten Pastel de Bacalhau, die mir wider Erwarten echt gut schmeckten. Leider habe ich die nur bei den Tripas Porto im Hintergrund – das sind eine Art frittierte Teigtaschen mit einer Masse aus Kartoffelbrei und Bacalhau. Die gibt es als Vorspeise auch noch mit ner Käsefüllung, die ich auch voll gut fand.

Richtig gut waren aber auch die kleinen Burger, die ich in der Dona Maria Pregaria gegessen habe. Burger sind natürlich nichts typisches für Portugal. Wenn diese Miniburger aber statt mit Rindfleisch mit Bacalhau belegt sind, dann habt ihr wieder euer portugiesisches Futter. Dazu gab es Süßkartoffelchips (ja, der Hype ist scheinbar überall angekommen) und einen sehr leckeren Hauswein. Das ist übrigens auch etwas, was ich im Ausland echt toll finde. Bestellst du da den Hauswein, der ja der günstigste auf der Speisekarte ist, hast du trotzdem in den meisten Fällen einen super Wein und nicht irgendeine Billigplörre, die fiese Kopfschmerzen am nächsten Tag bereit hält.

Nächstes kulinarisches Highlight: Francesinha. Ehrlich, das muss man mal gegessen haben, denn das portugiesische Sandwich ist das Porto-Essen schlechthin. Vom Aussehen erinnert es zunächst vielleicht an Toast Hawaii – aber da liegt man derbe daneben. Die kleine Französin (warum ein Sandwich so heißt, kann ich euch leider nicht sagen) ist das Merkwürdigste, was ich bisher gegessen habe. Toast, eine Scheibe Schinken, eine Wurst, die mich an einen Finger erinnerte, wieder eine Scheibe Schinken, nächste Scheibe Toast, Käse, Spiegelei und wieder Käse. Ungefähr das sind die Bestandteile. Aber dazu liegt dieses Sandwich in einer Art Bratensauce, die laut diesem Internet aus einer Mischung Tomatensauce, Senf und Bier oder manchmal auch Brandy besteht. Ich traue es mich kaum laut auszusprechen, aber ich fands gar nicht mal so schlecht. Jedenfalls ist das typisch Porto und wird eigentlich überall angeboten. Im Schnitt zahlt man dafür mit Pommes so 10 €.

Ihr merkt schon: Essen und Porto geht ziemlich gut. Allerdings solltet ihr nicht unbedingt in den größten Touri-Restaurants essen gehen, sondern auch mal die kleinen Cafés und eher nach Imbiss aussehenden Restaurants ausprobieren, um wirklich einen guten Eindruck von portugiesischer Küche zu bekommen! 

By Vanessa, Dezember 4, 2015
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ÜBER VANESSA
Vanessa, nordisches Mädchen, beheimatet am Niederrhein. Jung genug, um an Einhörner zu glauben, alt genug, um dem Leben unerschrocken gegenüber zu stehen.
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  • Passt sehr gut zusammen 😊
  • Seit unserem Urlaub bin ich so im Brass gewesen, dass ich gut eine Woche durchschlafen könnte. Ich komm nach der Arbeit nach Hause und werde magisch von meinem Bett angezogen. Der ständige Wechsel von Wochenendfahrerei oder zu Hause bleiben, Sachen ein-und auspacken, das Nichtsehen unter der Woche oder manchmal nur zwei Minuten hören - ich bin ehrlich: das ist super anstrengend. Ich verstehe den Ansatz zu sagen, dass eine Fernbeziehung doch toll ist, weil man sich immer wieder aufeinander freut, das Verknalltsein länger bleibt und niemand sich im Alltag unter der Woche einschränken muss. Ich glaube aber, dass all das aber vor allem dieses nicht einschränken müssen, auch ohne Distanz funktionieren kann. Und ich bin auch der Meinung, dass genau dieser ganze Alltagskram, den einige langweilig finden, das ist, was auch richtig toll sein kann. Zumindest bete ich gerade oft zum Jobgott, dass ich diesen Alltag endlich bekomme und mir nicht mehr  darüber Gedanken machen muss, ob ich meinen Autoschlüssel 300km entfernt liegen gelassen habe (ja, ist schon passiert 🙈)
  • I am so ready for our future together 💕
  • In den letzten Wochen gab es so viele happy days💕 Jetzt muss ich erstmal wieder in der Realität ankommen🙈
  • Heute reisen wir wieder ab und ich bin etwas wehmütig. Es waren so wunderbare Wochen mit wahnsinnig schönen Erlebnissen - Bali wird wohl immer meine Herzensinsel bleiben 💕 Ich mag diese Mischung aus mega fancy Surfer und Yogi Touristen und der Offenheit der Balinesen einfach zu gern. Dazu noch diese tolle Landschaft mit Bergen und Meer. Ich hoffe, dass ich irgendwann nochmal das Glück habe, auch ein drittes Mal hierher zu kommen💕
  • Oh no, heute regnet es aber doll... Dabei wollen wir eigentlich an den Strand, surfen, sonnen (ohne Sonnenbrand 🙈) und noch mehr so schöne Fotos machen 😅 Gut, dass wir noch ein paar Tage hier sind ♥️

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